Angst vor dem geplanten Kaiserschnitt

Ich glaube es ist ganz normal, wenn man Angst hat wenn ein geplanter Kaiserschnitt bevorsteht. Immerhin ist es eine Operation mit allem was dazu gehört. Ein gewisser Respekt vor diesen Dingen ist da ganz normal und auch wichtig - finde ich. Auch ich hatte Angst vor dem ersten Kaiserschnitt. Die richtige Panik kam ca 30 min bevor ich in den OP musste. Ich musste mich sogar vor Angst übergeben. Damit es dir vielleicht nicht so geht und du voller Vorfreude in den Operationssaal gehst, möchte ich dir heute erzählen wie ich es geschafft habe.


Die Angst vor dem Kaiserschnitt

Gerade auch beim ersten geplanten Kaiserschnitt hatte ich Angst. Angst vor dem was passieren wird. Ich wusste absolut nicht, was auf mich zukommen wird. Wie die Schmerzen danach sind. Wie das mit der PDA funktioniert usw. Ich hatte einfach eine Scheiß Angst. Wirklich. Als der Kaiserschnitt vorbei war und ich mit dem Baby kuschelte sagte ich zu meinem Mann: "wenn ich gewusst hätte, dass es gar nicht schlimm ist, dann hätte ich mich mehr aufs Baby freuen können".

Die Freude aufs Baby als Motivation


Genau das - die Freude aufs Baby - habe ich mir bei meinem zweiten Kaiserschnitt immer vor Augen gehalten und die Angst war dieses Mal dann minimal. Beim dritten Kaiserschnitt hatte ich absolut keine Angst mehr - weder vor der PDA noch vorm Kaiserschnitt selbst. Und es war die absolut schönste Geburt von allen dreien.



Die Angst war komplett weg und ich konnte mich voll und ganz auf das Baby konzentrieren. Auch mein Mann war zwar nervös, aber da ich selbst die Ruhe weg war, konnte auch er dieses Mal die Geburt entspannter erleben.

Information als Angstkiller

Nachdem ich wusste, wie ein geplanter Kaiserschnitt abläuft hatte ich schon um einiges weniger Angst. Oft ist es auch die Angst vor dem ungewissen. Deshalb mein Tipp an euch: Informiert euch. Dabei ist es egal, ob ihr euren Frauenarzt oder eure Hebamme um Rat bittet. Lasst euch alles erklären, was ihr wissen möchtet. Fragt einfach, auch wenn euch manches vielleicht peinlich ist. Lieber mal eine etwas peinlichere Frage fragen, als Angst bei der Geburt zu haben.

Vielleicht hat auch eine Freundin von euch schon einen Kaiserschnitt hinter sich und ihr fragt lieber eine euch vertraute Person. Super. Nur zu. Ich bin mir sicher, dass dir deine Freundin gerne weiterhilft.

Ablenkung hilft


Wenn dich die Angst überkommt, dann hilft Ablenkung immer noch am besten. Sag deinem Mann/Freund dass er dich gut ablenken soll. Vielleicht macht ihr euch auch ein Codewort aus und wenn du das besagte Wort nennst, dann weiß er dass du Angst hast und sofort Ablenkung wünscht.

Oder aber du machst es wie ich und singst (zumindest gedanklich) dein Lieblingslied. So kam es dass ich auf dem OP Tisch lag und meine Augen schloss und mein Lieblingslied summte. Es half und schon hörte ich den ersten Schrei meines Babys. Danach hatte ich sowieso irgendwie keine Angst mehr.

Angst vor den Schmerzen


Angst hatte ich beim ersten Mal auch vor den Schmerzen nach dem Kaiserschnitt. Es ist und bleibt auch immer eine Bauchoperation. Man merkt im Alltag wirklich absolut nicht, wann man seine Bauchmuskeln beansprucht. Aufsetzen, gehen und stehen und vorallem niesen und husten. :-o

Aber ganz ehrlich, es ist alles auszuhalten. Fragt ruhig nach Schmerzmitteln. Ihr musst euch da absolut nichts beweisen oder sonst was. Beim ersten Aufstehen zeigt euch die Krankenschwester wie es am besten funktioniert und es am wenigsten wehtut. Ich hab mich immer auf die Seite gerollt und dann mit dem Arm aufgestemmt. So hat es bei mir am besten geklappt - ohne Schmerzen.

Nach 4 Tagen hatte ich absolut keine Schmerzen mehr. Nur mehr so ein Gefühl wie bei einem Muskelkater. Ich brauchte auch ab dem dritten Tag keine Schmerzmittel mehr. Aber das ist bei jedem individuell. Wenn ihr Schmerzen habt, dann nehmt Schmerzmittel - nur so könnt ihr euch absolut auf eurer Baby einlassen und es liebevoll pflegen.


Auch ein Kaiserschnitt kann eine schöne Geburt sein


Man hört ja immer viele unschöne Kaiserschnittgeschichten, aber ganz ehrlich, dass hört man bei einer normalen Geburt ja auch. Eine Geburt - egal ob normal oder Kaiserschnitt - ist halt ein einschneidendes Erlebnis und kein Spaziergang im Park. Schmerzen hat man bei beidem.

Aber ein Kaiserschnitt ist genauso eine Geburt und deshalb sollte sie - für euch - auch schön sein. Teilt der Hebamme ruhig eure Wünsche mit. Meistens kann sie euch diese auch erfüllen. Bei meinem zweiten Kaiserschnitt hätte ich im OP sogar meine Lieblings CD hören dürfen. ;-)

Lasst euch auch bloß nicht einreden, dass Kaiserschnittmütter keine Bindung zu ihrem Kind aufbauen können - was für ein Quatsch. Ihr seid genauso viel Mutter wie jede andere Mama da draußen.


Sollte euch demnächst ein Kaiserschnitt bevorstehen, dann wünsche ich euch heute schon mal eine schöne Geburt und eine schöne erste Zeit mit eurem Baby.

Alles liebe
eure Steffi



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