Kann man auch mal bitte mit weniger zufrieden sein?

Schon länger beschäftigt mich dieses Thema: Zufriedenheit. Ist es denn heutzutage überhaupt noch möglich immer zufrieden zu sein? Anstoß zu diesen Gedanken hat mir das Verhalten meiner Kinder gegeben. Es macht mich traurig zu sehen, dass sie so oft unzufrieden sind.



Wir unternehmen oft Ausflüge mit unseren Kindern, ermöglichen Urlaube, jeder hat sein eigenes Zimmer mit genügend Spielsachen und doch kommt immer wieder Unzufriedenheit bei ihnen auf. Doch warum?

Als ich ein kleines Kind war, war meine Mutter alleinerziehend und für meine Schwester und mich waren Ausflüge in Zoos oder in den Zirkus was besonderes. Wir freuten uns und waren dankbar. Dankbar für den Ausflug und die gemeinsame Zeit.



Wenn ich heute mit meinen Kindern einen Ausflug in den Zirkus mache (wo alleine schon der Eintritt 75€ kostet), dann wird geschmollt wenn nicht auch noch Popcorn gekauft wird. Der anschließende Besuch bei Burger King war auch noch nicht genug - nein jetzt möchten Sie auch noch auf den Spielplatz. Am liebsten wäre Ihnen Entertainment rund um die Uhr.

Sie freuen sich zwar über den Ausflug wollen aber immer mehr. Noch ein Eis, noch eine Runde mit dem Karussell und dann noch bitte etwas Zuckerwatte. Auch wenn ich meinen Kindern gerne alles ermöglichen möchte, es geht halt nunmal nicht immer. Ich möchte dass sie einfach mal auch mit weniger zufrieden sind - ohne dabei traurig zu sein.

Doch woher kommt diese Unzufriedenheit?


Doch nicht nur bei meinen Kindern sehe ich die steigende Unzufriedenheit. Auch Erwachsene wollen immer mehr. Ein neues und besseres Auto wäre fein oder ein eigener Pool im Garten, ein Strandurlaub für die ganze Familie ist gewünscht oder ein Wohnmobil um ein wenig mehr unabhängig zu sein. Auch ich habe Wünsche und Träume - aber wäre ich glücklicher wenn alle erfüllt wären?

Warum ist das so? Warum kann man nicht einfach mal zufrieden sein mit dem was man hat?

Man sollte sich viel öfter vor Augen halten, was man alles hat, dann wären wir auch alle zufriedener. Ich habe drei wundervolle und lebhafte Jungs. Die mich liebevoll auch manchmal in den Wahnsinn treiben. Einen Mann der mich liebt und ein Dach über dem Kopf - und wir sind alle gesund.


Und ist es nicht genau das, was wirklich zählt?
Genau diese Werte möchte ich meinen Kindern vermitteln. Sich auf das wesentliche zu fokussieren und die gemeinsame Familienzeit zu genießen - ohne immer mehr zu fordern.
- Denn die steigende Unzufriedenheit in der Welt macht mich traurig. Euch auch?


Kommentare:

  1. Unzufriedenheit ist ein Schrei nach LIEBE! Wir können unsere Kinder nur führen und begleiten. Wir können sie lieben. ABER wenn wir uns selbst nicht wirklich lieben, wie sollen sich dann die Kinder lieben? Das ALLES ist immer ein Spiegel von uns Eltern! Auch bei uns zu Hause ist es so und ich arbeite täglich an mir, weil ich einfach möchte, dass es sich ändert. Wir können den Kindern alles kaufen, können was unternehmen aber sich selbst zu LIEBEN können wir ihnen leider nicht geben. Bei uns zu Hause sind mittlerweile drei Kids :) 13 Jahre, 11 Jahre und 17 Monate. Ich finde es immer wieder amüsant. Unzufriedenheit, glücklich und lustig, sumprig.........das ALLES bin ICH. Oft schrecklich........gerade eben habe ich Tränen in den Augen weil ich oft so machtlos bin. ABER ich weiß ganz genau, dass ich irgendwann alles heilen werde und der Spuk vorbei ist. Wenn nicht in diesem Leben dann im nächsten! Ein ganz toller und ehrlicher Bericht! DANKE

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  2. Nein mich macht Unzufriedenheit nicht traurig. Natürlich möchte man das besonders die eigenen Kinder zufrieden sind, und sich mit dem was sie bekommen zufrieden geben. Aber mal ehrlich, wie soll das in dieser Gesellschaft möglich sein? Wenn wir etwas unternehmen wird auch mehr gefordert, aber wieso ist das so? Es ist so weil es ein Gesellschaftliches Problem ist. Wie sollen meine Kinder mit einem Zoo oder Zirkusbesuch und einem Zimmer mit schönen Spielsachen zufrieden sein, wenn sie bei den Nachbarn sehen, das jeden Tag ein Ausflug gemacht wird, das es jeden Tag Eis gibt und das sich bei den Nachbarn die Zimmer immer mehr überfüllen. Meine Kinder geben sich auch mit kleinen Dingen zufrieden, solange bis sie bei anderen mehr sehen. Ich denke das ist gerade bei Kindern ganz normal. Da hilft nur viel erklären und sich von so was nicht traurig machen lassen, und schon gar nicht drüber aufregen. Entschuldige wenn ich es falsch verstehe, aber ich habe das Gefühl das du über deine Kinder schimpfst, sie doch aber eigentlich nichts dafür können. Es liegt eben in der Natur des Menschen, immer mehr haben zu wollen. Liegt vielleicht auch daran, das es teilweise zu viel gibt.Ich bin kein Mensch der unzufrieden ist und mehr möchte, ich verzichte meistens, um meiner Familie zu geben was sie brauchen. Dabei können aber einfach nicht alle Wünsche erfüllt werden.

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    1. Nein ich schimpfe weder über meine Kinder, noch mit Ihnen wenn sie unzufrieden sind.

      Es macht mich traurig,
      dass es so ist.

      Vielen Dank für deinen Kommentar, er regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. :-)

      Liebe Grüße

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Vielen Dank für deinen Kommentar. Dieser muss erst von mir freigeschaltet werden, ist dann aber sichtbar. :-)